Katzen in Griechenland: Das faszinierende Leben vom göttlichen Wesen zum Besitzer deines Souvlaki

Wer schon einmal in Griechenland war, wird sich sofort wiedererkennen: Du sitzt auf einer kleinen Terrasse auf einer dieser traumhaften griechischen Inseln. Der Ausblick ist so schön, dass es beinahe weh tut, im Hintergrund läuft eine sanfte Bouzouki-Melodie, der Weißwein ist eiskalt und der Teller Moussaka dampft vor dir. Du greifst zur Gabel, bereit für den ersten Bissen und plötzlich … spürst du es.

Du wirst beobachtet. Dieser durchdringende Blick. Du schaust auf und da sitzt er. Ein schwarz-weißer Kater mit halbem Ohr, einem Gesichtsausdruck, als hätte er persönlich den gesamten Trojanischen Krieg mitgemacht, und der Überzeugungskraft eines Mafiabosses.

Willkommen in Griechenland. Dem Land der Demokratie, der Philosophie und, wenn wir ehrlich sind, der Katzen. Vergiss die Akropolis: Die wahren Herrscher dieses Landes laufen auf vier Pfoten und haben einen Schwanz (manchmal auch nicht …). In diesem Blog tauchen wir ein in die wundersame Welt der Katzen in Griechenland: von ihrer göttlichen Herkunft bis zu ihren raffinierten Taktiken, dein Urlaubsbudget zu plündern.

Keine Haustiere, sondern eine Institution: Katzen in Griechenland

Zuhause liegen Katzen auf Samtkissen, fressen Bio-Kroketten mit „nachhaltigem Lachs“, schlafen im Bett, werden gebürstet, spielen mit Designer-Spielzeug und bekommen eine Panikattacke, wenn ein Regentropfen ihre Nase berührt. Die griechische Katze lacht darüber nur. Sie ist eine echte Überlebenskünstlerin.

Für Katzen in Griechenland ist die Grenze zwischen „wild“ und „domestiziert“ fließend. Die meisten Katzen gehören zu einer Nachbarschaft, einer Taverne oder einem bestimmten Hafen. Namen wie „Fellchen“ oder „Prinzessin“ sind hier nicht üblich, man nennt sie einfach „Psipsina“, das griechische „Miezekätzchen“. Sie gehören niemandem und gleichzeitig allen. Sie sind die Seele des Dorfes.

Wenn du in ein Dorf fährst, in dem keine Katzen auf den weiß getünchten Mauern in der Sonne liegen, fahr lieber weiter, da stimmt etwas nicht.

Die Taverna-Terroristen: Lektionen in psychologischer Kriegsführung

Wenn du zum ersten Mal in Griechenland bist, tappst du sofort in die Falle. Da sitzt so ein kleines, mageres Kätzchen mit großen Augen unter deinem Tisch. „Oh, das arme Ding!“, denkst du, und schwupps, gibst du ihm ein Stück Calamari.

Binnen dreißig Sekunden hat dieses Tier über das geheime Katzennetzwerk (vermutlich ein unterirdisches Miausystem) die Nachricht weitergegeben, dass an Tisch 4 ein „weicher Tourist“ sitzt. Ehe du dich versiehst, bist du umringt von der kompletten Besetzung von Les Misérables – aber mit Schnurrhaaren.

Die Taktiken sind brillant:

Der Hypnotiseur: Sitzt regungslos neben dir und verfolgt jede Bewegung deiner Gabel mit der Präzision eines NASA-Ingenieurs.
Der Knöchel-Streicher: Schleicht schnurrend um deine Beine, kein Liebesbeweis, nur eine Erinnerung: „Ich bin hier. Ich weiß, wo du dein Steak versteckst.“
Die Dramaqueen: Tippt dich mit der Pfote an und miaut so herzzerreißend, als hätte sie seit dem Fall Konstantinopels nichts mehr gegessen.

Falle nicht zu sehr darauf rein, aber ein kleines Stück darfst du ruhig geben. Es gehört einfach dazu. Eine griechische Mahlzeit ohne Katze, die geduldig auf ein Stück Fischgräte wartet, ist wie ein griechischer Salat ohne Feta: einfach unvollständig.

Kampfspuren und fehlende Ohren: Warum gibt es so viele?

Ehrlich gesagt: Das Leben für Katzen in Griechenland ist kein Zuckerschlecken. Sie müssen sich durchschlagen, der Hitze trotzen und im Winter, wenn Tavernen schließen und Touristen verschwinden, ums Überleben kämpfen.

Darum wirken viele etwas „mitgenommen“. Ein fehlendes Ohrstück ist meist das Resultat eines Revierkampfs, oder ein Zeichen dafür, dass die Katze sterilisiert wurde (Freiwillige markieren sie so). Griechen haben ein ambivalentes Verhältnis zu Katzen: Sie werden gefüttert, aber selten hereingelassen. Zum Glück gibt es viele lokale Initiativen und internationale Helfer, die alles tun, um die Population gesund zu halten.

Wenn du wirklich etwas Gutes tun willst, spende lieber ein paar Euro an eine lokale Katzenhilfsorganisation, statt den zehnten Kühlschrankmagneten zu kaufen. Spendenboxen findest du oft an Kassen in Supermärkten.

Die besten Fotomodelle der Ägäis

Nach drei Tagen ist dein Handy voll mit Fotos: Katzen in Griechenland in allen Farben, große, kleine, auf blauen Kuppeldächern, in Blumentöpfen, schlafend auf Mopeds oder posierend vor antiken Tempeln.

Irgendwas an dieser griechischen Ästhetik, das leuchtende Blau, das blendende Weiß, die pinke Bougainvillea, harmoniert perfekt mit einer selbstbewussten Tigerkatze. Und sie wissen das! Sie posieren, mit einer Arroganz, die sagt: „Ja, ich mache dein Foto um 100 % schöner. Gern geschehen, Mensch.“

Pro-Tipp: Geh in die Hocke, fotografiere auf Augenhöhe. Und falls sie dich anschauen soll, raschle mit einer Chipstüte. Funktioniert immer.

Die Hierarchie: Wer ist der Boss?

In jedem Dorf gibt es den „Alpha“. Meist ein dicker Kater mit einem Kopf so groß wie eine Melone und Narben, die von vielen epischen Kämpfen erzählen. Er thront auf der höchsten Mauer oder auf der Motorhaube des einzigen glänzenden Mercedes im Ort.

Darunter kommen die „Tavernen-Crew“, flinke Jungs, die es auf Touristen abgesehen haben. Und dann die „Strandkatzen“, die sich gemütlich unter deine Sonnenliege legen oder, noch besser, direkt auf dich. Sie betteln charmant um dein Essen und können erstaunlich gut schwimmen (oder wenigstens planschen), wenn im Wasser etwas Leckeres treibt.

Was wir von der griechischen Siga-Siga-Mentalität lernen können

Katzen in Griechenland sind die geborenen Philosophen. Während wir uns über Flugverspätungen, Sonnencremefaktor oder Wechselkurse ärgern, tut sie nur eines: Sie lebt im Jetzt.
Scheint die Sonne? Dann legt sie sich hinein. Gibt’s was zu essen? Dann wird gegessen. Gibt jemand Aufmerksamkeit? Dann wird sie genossen, bis sie genug hat und sanft mit der Pfote zuschlägt. Zu heiß? Dann folgt ein Fünf-Stunden-Schläfchen unter dem Olivenbaum. Das ist die Siga Siga-Mentalität – „immer mit der Ruhe“ – in pelziger Ausführung.

Katzen in Griechenland adoptieren: Ein Souvenir mit Schnurrhaaren?

Manche Menschen verlieben sich so sehr in eine griechische Katze, dass sie sie am liebsten gleich mit nach Hause nehmen würden. Und ja – das ist tatsächlich möglich. Es gibt wunderbare Organisationen, die Adoptionen vermitteln oder sogar den Transport nach Deutschland, in die Schweiz oder nach Österreich übernehmen.

Neben „Adopt don’t shop“ gilt in Griechenland: „Adopt, aber bitte mit Plan.“

Wenn du ernsthaft darüber nachdenkst, eine Katze mitzubringen, hier ein paar Dinge, die du wissen solltest:

Erst sprechen, dann handeln

Frag in der Taverne oder im Dorf nach, ob die Katze wirklich heimatlos ist. Oft gehört sie „allen ein bisschen“ – und jemand versorgt sie regelmäßig.

Tierschutzvereine vor Ort kontaktieren

Fast jede Insel oder Region hat lokale Tierschutzvereine, etwa Nine Lives Greece, The Cat PAWS Association oder kleinere Initiativen auf Kreta, Naxos oder Rhodos. Diese Organisationen kümmern sich um Impfungen, Entwurmung, Mikrochip und Papiere – und übernehmen den Kontakt zu Flugpaten.

Gesundheitscheck und Transport

Eine gute Organisation sorgt dafür, dass dein zukünftiger Mitbewohner geimpft und (meist) kastriert ist. Rechne damit, dass Katzen in Griechenland noch einen Tierarztbesuch brauchen, bevor sie reisen dürfen. Katzen dürfen meist im Handgepäck (bis etwa 8 kg inklusive Box) mit in die Kabine. Es ist also machbar, sie selbst mitzunehmen – sprich aber vorher mit der Fluggesellschaft.

Geduld und Eingewöhnung

Katzen in Griechenland sind oft freiheitsliebend. Gib ihr zu Hause Zeit, sich an das neue Leben zu gewöhnen. In ihr steckt der Geist der Ägäis – den kannst du nicht in zwei Tagen zähmen, aber du wirst ihn lieben.

Alternativen zur Adoption: Patenschaften

Und wenn du merkst, dass du doch keine Katze mitnehmen kannst oder willst – kein Problem. Du kannst trotzdem helfen: Mit einer Patenschaft (Fernadoption) unterstützt du eine griechische Straßenkatze aus der Ferne. Du finanzierst damit Futter, Impfungen oder Sterilisationsaktionen und bekommst meist Updates und Fotos. So bleibt ein Stück Griechenland bei dir, ganz ohne Reisestress für das Tier.

Denn manchmal ist die schönste Liebe die, die man am Ort ihres Ursprungs lässt – in der Gewissheit, dass sie dort frei ist und morgen einem neuen Touristen das Herz stiehlt (und das Souvlaki).

Fazit: Ein Land ohne Katzen ist kein echtes Griechenland

Wenn dir Katzen in Griechenland begegnen, nicke ihnen freundlich zu (und teile ruhig ein Stück Souvlaki). Bewundere ihre Widerstandskraft, ihre Frechheit und ihren unnachahmlichen Charme.

Griechenland hat das Parthenon, das azurblaue Meer und die besten Oliven der Welt, aber die Katzen? Sie geben dem Land seine Seele. Sie sind die stillen Zeugen der Geschichte, die inoffiziellen Gastgeber jeder Insel, und die einzigen Wesen, die selbst nach einem Nickerchen im Müllcontainer noch königlich aussehen.

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Autoren-Info

Über die Autorin: Dieser Beitrag ist ein Gastartikel von Aline, einer befreundeten Griechenland-Liebhaberin aus den Niederlanden. Wir haben uns im Urlaub kennengelernt und teilen seitdem die Faszination für Hellas – und die kleinen Kuriositäten des griechischen Alltags.

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